Textilgesetz: Hersteller von Billigmode sollen Entsorgung mitbezahlen
Fast Fashion überfordert das Altkleidersystem. Umweltminister Carsten Schneider will mit einem Gesetz gegensteuern und Hersteller künftig an der Entsorgung beteiligen.
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Fast Fashion überfordert das Altkleidersystem. Umweltminister Carsten Schneider will mit einem Gesetz gegensteuern und Hersteller künftig an der Entsorgung beteiligen.
10. Januar 2026, 11:36 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, epd, cls
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Umweltminister Carsten Schneider will mit einem neuen Gesetz gegen die wachsenden Müllberge durch Billigmode vorgehen. © Annette Riedl/dpa
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) will Textilhersteller finanziell an der Entsorgung von Altkleidern beteiligen. Hintergrund ist die zunehmende Belastung durch Billigkleidung von Plattformen wie Temu oder Shein. "Auch bei uns in Deutschland führt Fast Fashion zu einem extremen Müllproblem", sagte Schneider der Rheinischen Post.
Das System der Altkleidersammlung sei überfordert – viele Container seien überfüllt, die Betreiber wüssten nicht mehr, wohin mit der Ware. Vielen Verbrauchern sei das Problem nicht bewusst, doch "die Folgen dieser Bestell-und-Wegwerf-Mentalität sind wirklich dramatisch", sagte Schneider der Zeitung weiter.
Künftig sollen Anbieter verpflichtet werden, sich zu registrieren und anteilig für die Entsorgung zu zahlen. Dadurch könnten die Preise für extrem günstige Mode leicht steigen, sagte er. "Vor allem gibt es dann aber neue Finanzquellen für Recycling und Entsorgung von Altkleidern." Einen entsprechenden Gesetzentwurf kündigte er für den Sommer an.
"Der wichtigste Teil der Lösung ist, weniger von diesen Billigpaketen aus China zu kaufen", sagte er. Um dies zu erreichen, sei bereits auf EU-Ebene ein Zoll-Aufschlag von drei Euro pro Paket beschlossen worden.