Tote und Verletzte bei neuen Protesten im Iran
Im Iran ist es erneut zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Medienberichten zufolge starben in der Stadt Lordegan zwei Menschen, 30 seien verletzt worden.

Stand: 07.01.2026 21:41 Uhr
Im Iran ist es erneut zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Medienberichten zufolge starben in der Stadt Lordegan zwei Menschen, 30 seien verletzt worden.
Bei einer Demonstration im Südwesten des Iran ist es Medienberichten zufolge zu gewaltsamen Zusammenstößen mit zwei Toten und 30 Verletzten gekommen. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete, Händler hätten in der Stadt Lordegan 455 Kilometer südlich von Teheran protestiert, als Demonstrationsteilnehmer begannen, Steine auf die Ordnungskräfte zu werfen.
Unter den Demonstranten seien Menschen mit militärischen Waffen und Jagdwaffen gewesen, die "plötzlich auf die Polizei schossen", so Fars. Unklar blieb, ob es sich bei den Getöteten um Polizisten oder Demonstranten handelte. Die Agentur bezeichnet sich offiziell als unabhängig. Vermutet wird allerdings, dass sie zumindest unter dem Einfluss der Revolutionsgarden steht.
Proteste gab es zudem in Städten wie Bodschnurd, Kerman, Rascht, Schiras und Täbris sowie einigen kleineren Orten.
Unmut wegen hoher Preise und Währungsverfall
Seit Ende Dezember gibt es in zahlreichen Städten im Iran Kundgebungen gegen die hohen Lebenshaltungskosten und die schlechte Wirtschaftslage, inzwischen werden auch politische Forderungen laut. Zunächst hatten vor allem Händler und Ladenbesitzer in Teheran protestiert, ihnen schlossen sich Studierende an.
Bislang mindestens 27 Tote
Der in Norwegen ansässigen Nichtregierungsorganisation Iran Human Rights (IHR) zufolge haben die Sicherheitskräfte im Iran bislang mindestens 27 Demonstranten getötet, unter ihnen fünf Minderjährige. Mehr als 1.000 Menschen seien zudem festgenommen worden.
Präsident Massud Peseschkian rief die Sicherheitskräfte zur Zurückhaltung auf. Friedliche Demonstranten müssten von gewalttätigen "Aufrührern" unterschieden werden, die "Schusswaffen, Messer und Macheten tragen". Zuvor hatte Peseschkian hat Bereitschaft signalisiert, mit den Demonstranten zu verhandeln. Der Präsident erklärte allerdings, dass er nicht viel gegen den Kursverlust der iranischen Landeswährung unternehmen könne.
Als Schritt auf die Bevölkerung zu begann die Regierung am Mittwoch damit, an rund 71 Millionen Menschen einen Zuschuss von monatlich umgerechnet jeweils sechs Euro auszuzahlen. Mit dem Geld sollen steigende Preise für Grundnahrungsmittel wie Reis, Fleisch und Nudeln ausgeglichen werden.
Australier sollen Iran verlassen
Angesichts der Protestwelle und der zunehmenden Gewalt in dem Land hat die australische Regierung ihre Staatsbürger aufgerufen, den Iran schnellstmöglich zu verlassen. Landesweit gebe es "anhaltende heftige Proteste", die ohne Vorwarnung eskalieren könnten. Die Sicherheitssituation sei "unberechenbar".