Tragödie in der Schweiz: Weil wir uns selbst sehen
Die Katastrophe von Crans-Montana geht vielen nah, die Aufmerksamkeit ist höher als bei anderen Unglücken. Das ist folgerichtig – und trotzdem ein Grund zum Nachdenken.
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Die Katastrophe von Crans-Montana geht vielen nah, die Aufmerksamkeit ist höher als bei anderen Unglücken. Das ist folgerichtig – und trotzdem ein Grund zum Nachdenken.
3. Januar 2026, 6:33 Uhr

Trauernde und Schaulustige zieht es am Neujahrstag zum Ort des Unglücks im schweizerischen Crans-Montana. © [M] Alessandro della Valle/pa/Keystone/dpa
Es gibt Nachrichten, aus denen folgt erst einmal: nichts. Weder ist das Ereignis verknüpft mit großen Themen wie sozialer Ungleichheit oder der Klimakatastrophe. Noch gibt es – zumindest im ersten Moment, in dem Ursachen erst ermittelt, Opfer gesucht und identifiziert werden – überhaupt viel zu sagen, außer dass etwas Schreckliches passiert ist. Und so entsteht die Situation, die immer wieder und oft mit Recht kritisiert wird: Reporter belagern einen Ort, an dem Hinterbliebene und Ermittlerinnen doch viel eher ungestörte Konzentration gebrauchen könnten. Fernsehsender füllen große Zeiträume mit Variationen der Aussage, die von ihrem eigentlichen Gehalt her in fünf kurzen Worten abgegolten wäre: Wir wissen noch zu wenig.