Ubisoft schließt Spielestudio, nachdem sich Entwickler Gewerkschaft anschließen
Ubisoft Halifax in Kanada wird geschlossen. Die Entwickler hatten sich kurz zuvor gewerkschaftlich organisiert. Der Spielekonzern bestreitet einen Zusammenhang.
Ubisoft schließt sein kanadisches Entwicklerstudio in Halifax mit 71 Mitarbeitern. Nur 16 Tage zuvor hatten sich 74 Prozent der Angestellten entschlossen, der kanadischen Gewerkschaft für Spiele- und Multimedia-Entwickler beizutreten. Es war das erste Mal, dass sich Ubisoft-Mitarbeiter in Nordamerika gewerkschaftlich organisiert hatten. Der Spielekonzern bestreitet allerdings einen Zusammenhang und weist auf unternehmensweite Einsparungen hin.
Schon im Oktober 2025 wollte Ubisoft beim schwedischen Entwicklungsstudio Massive Entertainment Stellen einsparen und hatte deshalb die Angestellten von Massive gefragt, ob sie freiwillig gehen wollen. Begründet wurde dies damit, dass sich die Ubisoft-Tochter stärker auf die Kernmarken fokussieren wolle. Entlassungen gab es zudem bei einem weiteren Ubisoft-Studio. Beim finnischen Studio RedLynx, das vor allem für die "Trials"-Serie bekannt ist, sollten ebenfalls Stellen wegfallen.
„In den vergangenen 24 Monaten hat Ubisoft unternehmensweite Maßnahmen ergriffen, um Abläufe zu optimieren, die Effizienz zu steigern und Kosten zu senken“, erklärt Ubisoft jetzt gegenüber GamesIndustry.biz. „Im Zuge dessen hat Ubisoft die schwierige Entscheidung getroffen, sein Studio in Halifax zu schließen. 71 Stellen sind betroffen. Wir sichern allen betroffenen Teammitgliedern während dieses Übergangs umfassende Unterstützung zu, darunter großzügige Abfindungen und zusätzliche Angebote zur beruflichen Weiterentwicklung.“
Handyspiele waren die Spezialität von Ubisoft Halifax
Erst am 22. Dezember hatten sich 61 Mitarbeiter von Ubisoft Halifax der kanadischen Gewerkschaft angeschlossen, nachdem sich 73,8 Prozent der Angestellten dafür ausgesprochen hatten, berichtete CTV News in Kanada. Jon Huffman, leitender Programmierer bei Ubisoft Halifax, bezeichnete es zu dem Zeitpunkt als „riesige Erleichterung“. Zuletzt hatten die Mitarbeiter in Kanada an mobilen Spielen der Serien „Rainbow Six“ und „Assassin's Creed“ gearbeitet.
Ubisoft Halifax wurde 2010 als „Longtail Studios Halifax“ gegründet und 2015 von Ubisoft übernommen. „Rainbow Six Mobile“ soll nächsten Monat weltweit verfügbar sein und wird von anderen Ubisoft-Filialen übernommen. Der Betrieb des bereits 2018 erschienenen „Assassin's Creed Rebellion“ dürfte dagegen in Kürze eingestellt werden.
(fds)