US-Angriff auf Venezuela: Kritik auch aus Südafrika
Auch in Südafrika wird der Angriff der USA auf Venezuela scharf verurteilt. Allein diese Kritik könnte das Verhältnis beider Staaten weiter verschlechtern. Aber es gibt noch weitere Probleme. Von Stephan Ueberbach.
 auf einer Fahne. | REUTERS")
US-Angriff auf Venezuela Südafrika kritisiert "imperialistische Aggression"
Stand: 06.01.2026 18:22 Uhr
Auch in Südafrika wird der Angriff der USA auf Venezuela scharf verurteilt. Allein diese Kritik könnte das Verhältnis beider Staaten weiter verschlechtern. Aber es gibt noch weitere Probleme.
Das Echo aus Südafrika lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: Präsident Cyril Ramaphosa sieht in der Festnahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro und seiner Ehefrau einen klaren Bruch des Völkerrechts sowie der Charta der Vereinten Nationen.
Ramaphosa verlangt eine Sondersitzung des Weltsicherheitsrats, denn der US-Angriff in Venezuela drohe zu einem gefährlichen Präzedenzfall zu werden. "Was geschehen ist, bedeutet im Grunde genommen, dass jedem freie Hand gegeben wird, eine Invasion in irgendein Land zu starten - und das kann unmöglich etwas sein, womit wir uns alle zufriedengeben."
"Trump-Administration spielt sich als Weltpolizei auf"
Klare Worte kommen auch vom Afrikanischen Nationalkongress ANC, Südafrikas größter Regierungspartei, die von Ramaphosa geführt wird. Generalsekretär Fikile Mbalula sagte nach einer Sitzung der ANC-Spitze, das Vorgehen der Trump-Regierung in Caracas untergrabe die globale Stabilität und sei eine Gefahr für den Weltfrieden.
Washington gehe es in Lateinamerika um geopolitische Interessen, um Rohstoffe und um Märkte, so Mbalula. Militärische Invasionen würden Krisen aber nur noch weiter anheizen. Maduro und seine Frau müssten sofort freigelassen werden.
"Unsere Einschätzung dessen, was Venezuela widerfahren ist, lässt sich als nichts anderes als imperialistische Aggression zusammenfassen, mit den Vereinigten Staaten und insbesondere der Trump-Administration, die sich als Weltpolizist aufspielt", sagte Ramaphosa.
Die scharfen Formulierungen dürften das ohnehin äußerst angespannte Verhältnis zwischen Südafrika und den USA weiter belasten.
Militärmanöver mit Russland, China und Iran
Gleiches gilt für das bevorstehende Militärmanöver, an dem ab Freitag vor der Küste von Kapstadt unter anderem Schiffe aus China, Russland und dem Iran teilnehmen werden. Länder, die Washington als Gegner sieht.
Außerdem wirft die Trump-Administration Südafrika einen Völkermord an Weißen vor und hat für südafrikanische Exporte in die USA Strafzölle von 30 Prozent verhängt. Staatspräsident Ramaphosa hofft dennoch auf eine Lösung am Verhandlungstisch.
