US-Kritik an Grönland-Drohungen: "Die Amateurstunde ist vorbei"
Die Drohung, Grönland gewaltsam zu annektieren, trifft nun auch bei Parteifreunden von US-Präsident Trump auf Kritik. Mehrere Abgeordnete kommentierten die Gedankenspiele mit scharfen Worten. Sie gelten insbesondere Trumps Vizestabschef.
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Stand: 08.01.2026 13:06 Uhr
Die Drohung, Grönland gewaltsam zu annektieren, trifft nun auch bei Parteifreunden von US-Präsident Trump auf Kritik. Mehrere Abgeordnete kommentierten die Gedankenspiele mit scharfen Worten. Sie gelten insbesondere Trumps Vizestabschef.
Mit ungewöhnlich scharfen Worten haben Abgeordnete der US-Republikaner Überlegungen abgelehnt, Grönland gewaltsam den USA anzugliedern. Sie stellen sich dabei insbesondere gegen den Vizestabschef von US-Präsident Donald Trump, Stephen Miller. Dieser hatte in einem TV-Interview den Anspruch der USA auf Grönland bekräftigt und erklärt, niemand werde wegen der Zukunft Grönlands mit den USA militärisch kämpfen. Die reale Welt werde von Stärke, Gewalt und Macht beherrscht.
Der Senator und frühere Mehrheitsführer der Republikaner, Mitch McConnell, sagte dazu: "Die Anwendung von Gewalt, um das souveräne demokratische Territorium eines der loyalsten und fähigsten Verbündeten Amerikas an sich zu reißen, wäre ein besonders katastrophaler Akt der strategischen Selbstbeschädigung Amerikas und seines globalen Einflusses." Drohungen und Einschüchterungsversuche seien kontraproduktiv.
Senator fordert Millers Rücktritt
Sein Kollege Thom Tillis aus North Carolina warf Miller Versagen im Umgang mit NATO-Verbündeten vor. Millers Kommentare zu Grönland seien dilettantisch und absurd. Derlei "Dummheit" mache ihn wütend, empörte sich Tillis und fügte hinzu: "Die Amateurstunde ist vorbei." Miller spreche nicht im Namen des Kongresses.
Tillis forderte, Miller solle entweder wissen, worüber er spreche, oder sich einen neuen Job suchen. Tillis, der der führende Republikaner in der NATO-Beobachter-Gruppe des Senats ist, sagte, die Allianz in Aufruhr zu versetzen, sende ein klares Signal an Russlands Präsident Wladimir Putin, dass er gewinne. Die meisten seiner Kollegen teilten seine Ansicht - "ob sie es laut sagen oder nicht".
"Waffentaugliche Dummheit"
Senator John Kennedy, der nicht mit der Familie des gleichnamigen früheren US-Präsidenten verwandt ist, vertrat die Ansicht, in das Gebiet eines NATO-Verbündeten einzumarschieren, wäre eine "waffentaugliche Dummheit". Trump sei aber nicht so dumm und Außenminister Marco Rubio auch nicht.
"Sie planen keine Invasion Grönlands", sagte er dem Sender CNN. Das schließe nicht aus, eine neue rechtliche Grundlage für die Verteidigung der USA und Grönlands anzustreben. Es könne zum Beispiel ein Referendum in Grönland über einen Beitritt zu den USA geben, meinte Kennedy. Eine einfache Mehrheit der Wahlberechtigten wäre ausreichend. Ob das geschehen werde, sei unklar. Aber er glaube, das sei "wirklich das, was der Präsident meint", sagte der Senator weiter.
Die republikanische Senatorin Lisa Murkowski sagte, sie hasse die Rhetorik, Grönland entweder durch Kauf oder mit Gewalt zu bekommen. Das sei "sehr, sehr beunruhigend", betonte sie.