US-Militär versenkt weitere Boote vor Südamerika - mehrere Tote
Seit Monaten greifen die USA Boote vor der Küste Südamerikas an, die mit Drogen beladen sein sollen. Bei neuen Einsätzen sind nun mindestens fünf Menschen getötet worden. Die Angriffe werden als völkerrechtswidrig kritisiert.

Stand: 01.01.2026 09:37 Uhr
Seit Monaten greifen die USA Boote vor der Küste Südamerikas an, die mit Drogen beladen sein sollen. Bei neuen Einsätzen sind nun mindestens fünf Menschen getötet worden. Die Angriffe werden als völkerrechtswidrig kritisiert.
Das US-Militär hat erneut Boote vor der Küste Südamerikas angegriffen, die nach Darstellung der Regierung in Washington mit Drogen beladen gewesen sein sollen. Dabei wurden mindestens fünf Menschen getötet.
Die beiden Boote seien auf einer bekannten Drogenschmuggel-Route unterwegs gewesen, teilte das zuständige Regionalkommando des US-Militärs auf der Plattform X mit. Es sprach von insgesamt zwei Angriffsserien am Dienstag und Mittwoch (Ortszeit). Ob die Angriffe in der Karibik oder im östlichen Pazifik erfolgten, wurde nicht mitgeteilt.
Beim ersten Angriff seien drei "Drogenterroristen" getötet worden, beim zweiten Schlag zwei weitere, erklärte das Militär. Ihre Boote hätten zu einer von den USA als Terrororganisation eingestuften Gruppe gehört, hieß es weiter.
Orte der Angriffe dieses Mal nicht genannt
Nur wenige Stunden zuvor hatte das Militär einen weiteren Angriff auf drei angebliche Drogenboote bekanntgegeben. Auf dem ersten Boot seien drei Personen getötet worden. Die Menschen an Bord der anderen beiden Boote sprangen demnach ins Wasser, bevor die US-Streitkräfte die beiden verbliebenen Schiffe versenkten. Die US-Küstenwache sei verständigt worden, um nach möglichen Überlebenden zu suchen.
Auch bei diesem Angriff wurde der Ort des Vorfalls nicht genannt. Bislang hatte das US-Militär zumindest immer angegeben, ob ein Angriff im Pazifik oder in der Karibik erfolgt war.
Einsätze werden heftig kritisiert
Seit Anfang September greifen die US-Streitkräfte nach eigenen Angaben unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse immer wieder Schnellboote an, die mit Rauschgift beladen sein sollen. Dabei wurden bei rund 30 Einsätzen dieser Art offiziellen Angaben zufolge bereits mehr als 100 Menschen getötet.