USA beschlagnahmen Öltanker: Auch ein Zeichen an Putin?
Der Öltanker "Marinera" ist mindestens das vierte Schiff, welches von den USA verfolgt und beschlagnahmt wurde. Auch die "Marinera" soll zur venezolanischen Schattenflotte gehören. Sie fährt unter russischer Flagge. Von Carsten Kühntopp.
 durch ein Fernglas. | via REUTERS")
Stand: 08.01.2026 01:33 Uhr
Der Öltanker "Marinera" ist mindestens das vierte Schiff, welches von den USA verfolgt und beschlagnahmt wurde. Auch die "Marinera" soll zur venezolanischen Schattenflotte gehören. Sie fährt unter russischer Flagge.
Etwa zwei Wochen dauerte die Verfolgungsjagd, dann griffen Einsatzkräfte von US-Küstenwache und der Marine zu und brachten den Öltanker "Marinera" unter ihre Kontrolle.
Das Schiff sei im Nordatlantik aufgrund einer Anordnung eines US-Bundesgerichtes beschlagnahmt worden, sagte Karoline Leavitt, die Sprecherin des Weißen Hauses. Es handele sich um ein Schiff der venezolanischen Schattenflotte, welche in der Vergangenheit sanktioniertes Öl transportiert habe. "Und unter diesem Präsidenten werden die Vereinigten Staaten von Amerika das nicht tolerieren", so Leavitt.
Ein Militärflugzeug und ein Marineschiff aus Großbritannien unterstützten den Zugriff. Bis vor ein paar Tagen hieß der Tanker noch "Bella 1". Dann wurde er umbenannt und fuhr plötzlich unter der Flagge Russlands, vermutlich der Versuch, die amerikanische Küstenwache abzuschrecken.
Berichte über russische Schiffe in der Nähe
Berichten zufolge befanden sich ein russisches U-Boot und weitere russische Schiffe in der Nähe. Zu einer direkten Konfrontation kam es nicht. Zuvor beschlagnahmten die Amerikaner einen Tanker in der Karibik, die "M Sophia".
Damit haben die USA im Rahmen ihrer Kampagne gegen die Schattenflotte, die sanktioniertes Öl transportiert, bisher mindestens vier Öltanker beschlagnahmt.
Präsident Donald Trump versuche hier, einen Schattentanker nach dem anderen aus dem Verkehr zu ziehen, so der ehemalige US-Botschafter in Brüssel, Gordon Sondland, bei CNN. "Damit übt er weiteren Druck auf die Wirtschaft im Iran, Russland und Venezuela aus, bis er die Resultate bekommt, die er will."
Laut Sondland geht es dabei auch darum, Kreml-Chef Wladimir Putin in Sachen Ukraine zu einem Einlenken zu zwingen. "Es ist an der Zeit, es Russland mal zu zeigen. Wir haben uns so sehr zurückgehalten und Putin alle Möglichkeiten gegeben, aus der Sache rauszukommen und einen Deal zu machen."
USA wollen Kontrolle über Venezuelas Ölindustrie
Gleichzeitig unterstreichen die USA mit ihren Aktionen gegen die Schattenflotte ihren Anspruch auf die Ölindustrie von Venezuela. Sie wollen vollständigen Zugang und volle Kontrolle. Laut Trump hat die Regierung in Caracas zugestimmt, den USA zwischen 30 und 50 Millionen Barrel Rohöl zu überlassen. Es soll nach Amerika verschifft und dann zu Weltmarktpreisen verkauft werden.
