USA: Landesweite Proteste gegen Einwanderungsbehörde ICE
Nach den tödlichen Schüssen eines ICE-Beamten in Minneapolis gehen in vielen US-Städten Menschen auf die Straße. Mehr als 1.000 Kundgebungen soll es am Wochenende geben.
Nach den tödlichen Schüssen eines ICE-Beamten in Minneapolis gehen in vielen US-Städten Menschen auf die Straße. Mehr als 1.000 Kundgebungen soll es am Wochenende geben.
11. Januar 2026, 7:32 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, Reuters, AFP, jfw
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Demonstranten marschieren vom Powderhorn Park an der Stelle vorbei, an der Renee Good am 10. Januar 2026 in Minneapolis getötet wurde. © Scott Olson/Getty Images
Nach den tödlichen Schüssen eines Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE auf eine Frau sind am Samstag in Minneapolis Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. Landesweit waren mehr als 1.000 Kundgebungen gegen die Abschiebepraxis der US-Regierung und die Polizeigewalt angekündigt. Laut der New York Times gab es unter anderem auch in New York City, Washington, D. C., Los Angeles und Portland Demonstrationen. Die 37-jährige Renee Good war am Mittwoch in Minneapolis von einem ICE-Beamten erschossen worden.
Nach Angaben des Bürgermeisters Jacob Frey verliefen die Proteste in Minneapolis größtenteils friedlich. Allerdings sei ein Protest mit etwa 1.000 Teilnehmern in der Nacht zum Freitag vor einem Hotel in Gewalt gemündet. Die Demonstranten vermuteten dort ICE-Beamte und warfen Eis, Schnee und Steine auf die Einsatzkräfte, teilte der Polizeichef von Minneapolis, Brian O'Hara, mit. Ein Beamter habe leichte Verletzungen erlitten. 29 Personen seien verwarnt und wieder freigelassen worden. Zudem meldete die Polizei Sachbeschädigungen in einem anderen Hotel.
Zuvor hatte Frey zu friedlichen Protesten aufgerufen: "Wir werden dem Chaos von Donald Trump nicht mit unserem eigenen Chaos begegnen", sagte Frey. Ähnliches schrieb Tim Walz, Gouverneur von Minnesota. "Trump hat Tausende bewaffnete Bundesbeamte in unseren Staat geschickt, und es dauerte nur einen Tag, bis jemand getötet wurde", schrieb Walz in den sozialen Medien. "Jetzt will er nichts mehr, als Chaos zu sehen, das von dieser schrecklichen Tat ablenkt. Gebt ihm nicht, was er will", appellierte Walz.