USA: Von allen Seiten Kritik am Angriff auf Venezuela
Der US-Angriff in Venezuela ist vorbei, der langjährige Präsident Maduro in Haft. Auch die US-Demokraten haben wenig Sympathie für ihn, aber am Militäreinsatz üben sie Kritik. Und nicht nur sie. Von Samuel Jackisch

Stand: 04.01.2026 09:34 Uhr
Der US-Angriff in Venezuela ist vorbei, der langjährige Präsident Maduro in Haft. Auch die US-Demokraten haben wenig Sympathie für ihn, aber am Militäreinsatz üben sie Kritik. Und nicht nur sie.
Leichtsinnig und gefährlich - so beurteilt die Opposition im US-Senat die Militäraktion gegen Venezuelas langjährigen Präsidenten Nicolás Maduro. Nach der Kommandoaktion in Venezuelas Hauptstadt Caracas nennt auch der Minderheitsführer der Demokraten im US-Senat, Chuck Schumer, Maduro zwar einen "illegitimen Diktator". Aber eine Militäraktion ohne Zustimmung des US-Kongresses und ohne einen glaubwürdigen Plan für die nächsten Schritte zu starten - das sei mehr als leichtsinnig.
Die Regierung von Präsident Donald Trump argumentiert, den Kongress habe man nicht fragen müssen - weil es nicht um einen Kriegseinsatz gehe, sondern um Strafverfolgung. Schon seit seiner ersten Amtszeit arbeitet sein Justizministerium an der Anklageschrift: Maduro persönlich sei der Kopf einer Verschwörung zur Korruption und zum Drogenschmuggel in die USA, heißt es in dem Dokument.
Konkrete Beweise, dass Maduro mit Drogengeschäften oder Zahlungsströmen zu tun hatte, sind darin nicht aufgeführt.
Drogenvorwurf als Mittel zum Zweck
Die Anklage erscheint als Mittel zum Zweck für die außen- und handelspolitischen Ziele der US-Regierung. Das nationale Interesse der USA gelte Venezuelas Öl und Wohlstand, sagte der ehemalige CIA-Direktor John Brennan im Interview mit CNN. Statt Maduro zu schnappen und die Zukunft Venezuelas dem eigenen Volk zu überlassen, sagt Brennan, sehe Trump die Gelegenheit, sich den Ölreichtum Venezuelas anzueignen. Das Ziel sei ein Regimewechsel - auch wenn völlig unklar bleibe, wie der nun konkret zu bewerkstelligen sei.
Auslandseinsätze der Armee sind in den Vereinigten Staaten unpopulär - auch in Trumps eigener Partei. In einer Ende November von CBS News veröffentlichten Umfrage unterstützte lediglich die Hälfte der befragten Republikanerinnen und Republikaner einen Militäreinsatz in Venezuela. Die nationale Erinnerung an kostspielige Einsätze im Irak oder Afghanistan ist keine gute - auch nicht beim Trump-nahen Fernsehsender Fox.
Zweifel am Erblühen einer Demokratie
Nur weil man den Diktator eines Landes entfernt, erblühe dort nicht zwangsläufig die Demokratie, erinnert der Geschichtsprofessor Thomas Mokaitis im Fox-Interview. Das hätten viele Beispiele gezeigt, aus denen die USA offenbar nichts gelernt hätten.
