Venezuela: Donald Trump droht ExxonMobil mit Blockade von Investitionen
SOURCE:Zeit Online|BY:DIE ZEIT: Ausland - Eva Casper, Jan-Frederik Wendt
Der US-Präsident hatte sich über Äußerungen von Ölkonzernchef Darren Woods geärgert. Nun soll ExxonMobil bei Investitionen in Venezuela außen vor bleiben. Das Liveblog
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Der US-Präsident hatte sich über Äußerungen von Ölkonzernchef Darren Woods geärgert. Nun soll ExxonMobil bei Investitionen in Venezuela außen vor bleiben. Das Liveblog
Aktualisiert am 12. Januar 2026, 5:10 Uhr
Eva Casper
Trump streitet mit ExxonMobil um Venezuela-Investitionen
US-Präsident Donald Trump erwägt laut eigener Aussage, dem US-Ölkonzern ExxonMobil Investitionen in Venezuela zu untersagen. Hintergrund sind Äußerungen von Konzernchef Darren Woods, der sich skeptisch über Investitionsmöglichkeiten in Venezuela geäußert hatte.
Bei einem Treffen im Weißen Haus in der vergangenen Woche sagte Woods, Venezuela müsse seine Gesetze ändern. "Uns wurden dort zweimal Vermögenswerte enteignet“, sagte der Konzernchef. Exxon brauche verlässliche Investitionsschutzmechanismen. Derzeit sei Venezuela "nicht investierbar“.
Woods' Äußerungen sind ein Rückschlag für Trump und dessen Ziel, US-Ölunternehmen dazu zu bewegen, Milliardenbeträge zu investieren, um Venezuelas Ölindustrie wiederzubeleben. "Mir hat Exxons Reaktion nicht gefallen“, sagte Trump. Er werde wahrscheinlich dazu neigen, Exxon aus Venezuela draußen zu halten.
Jan Wendt
Regierungskritischer Polizist soll in venezolanischem Gefängnis gestorben sein
In einem venezolanischen Gefängnis soll ein Polizist gestorben sein. Der wegen Landesverrat inhaftierte Beamte Edison José Torres Fernández sei in "staatlichem Gewahrsam" ums Leben gekommen, teilte die Menschenrechtsorganisation Komitee der Familien für die Freiheit politischer Gefangener auf der Nachrichtenplattform X mit.
Der Polizist sei am 9. Dezember nach mehr als 20 Dienstjahren im Bundesstaat Portuguesa im Einsatz festgenommen worden. Als Begründung hatten die Behörden angegeben, dass Fernández "kritische Nachrichten" über die Regierung verbreitet habe. Die Oppositionspartei Primero Justicia machte Venezuelas Interimspräsidentin Delcy Rodríguez für Fernández' Tod verantwortlich.
Jan Wendt
Friedensnobelpreisträgerin Machado darf Auszeichnung nicht an Trump weitergeben
Nach Äußerungen der venezolanischen Oppositionsführerin María Corina Machado über eine Weitergabe des Friedensnobelpreises an US-Präsident Donald Trump hat das norwegische Nobelinstitut eine Übertragung des Preises öffentlich ausgeschlossen. Der Friedensnobelpreis könne nicht übertragen, geteilt oder widerrufen werden, teilten das Nobelinstitut und das Nobelkomitee in einer Erklärung mit. In einem Interview hatte Machado angedeutet, ihren Preis an Trump weiterzugeben. Diesen möglichen Schritt bezeichnete Trump als "große Ehre".
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Mathias Peer
Maduro schickt laut Sohn Botschaft aus dem Gefängnis
Der in den USA inhaftierte venezolanische Staatschef Nicolás Maduro hat sich nach Angaben seiner Familie aus dem Gefängnis zu Wort gemeldet. "Uns geht es gut. Wir sind Kämpfer", zitierte Nicolás Maduro Guerra seinen Vater in einem Video, das von Venezuelas Regierungspartei PSUV veröffentlicht wurde. "Seid nicht traurig", sagte Maduro demnach seinen Anwälten im Gefängnis in New York.
Anhänger Maduros forderten am Samstag die Freilassung des gestürzten Präsidenten. Allerdings versammelten sich bei den Protesten im Westen der Hauptstadt Caracas nur rund 1.000 Menschen, ein paar Hundert Protestteilnehmer kamen zudem im nahe gelegenen Petare zusammen – weitaus weniger als bei früheren, von Maduro-Unterstützern organisierten Demonstrationen.
Marlena Wessollek
USA wollen baldige Aufhebung weiterer Sanktionen gegen Venezuela
Die USA erwägen laut Finanzminister Scott Bessent die Lockerung weiterer Sanktionen gegen Venezuela, um Ölverkäufe zu erleichtern. "Wir heben die Sanktionen für das Öl auf, das verkauft werden soll", teilte Bessent mit. Er werde sich zudem mit den Chefs des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank treffen, um deren erneutes Engagement in Venezuela zu besprechen, teilte Bessent mit. Fast fünf Milliarden Dollar an derzeit eingefrorenen Sonderziehungsrechten (SZR) des IWF könnten demnach für den Wiederaufbau der Wirtschaft des Landes eingesetzt werden.
Kleinere, private Unternehmen dürften schnell in den venezolanischen Ölsektor zurückkehren, sagte Bessent. Der Konzern Chevron ist Bessent zufolge schon lange dort und wird es auch weiterhin sein. "Daher glaube ich, dass sein Engagement stark zunehmen wird", sagte er weiter. Zudem sehe Bessent eine Rolle für die US-Export-Import-Bank bei der Absicherung von Finanzierungen für den Ölsektor Venezuelas.
Sarah Vojta
Spanischer Ölkonzern Repsol zu Investitionen in Venezuela bereit
Bei einem Treffen von Ölmanagern mit US-Präsident Donald Trump hat Spaniens größter Öl- und Gaskonzern Repsol seine Bereitschaft zu Investitionen in Venezuela erklärt. "Wir sind bereit, mehr in Venezuela zu investieren und die Produktion dort in den nächsten zwei bis drei Jahren zu verdreifachen", sagte Repsol-Chef Josu Jon Imaz im Weißen Haus. Von Exxon-Chef Darren Woods hieß es hingegen, die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Venezuela machten Investitionen derzeit unmöglich.
Trump hatte vor allem Manager von US-Ölkonzernen sowie auch einiger ausländischer Unternehmen nur wenige Tage nach den Angriffen in Venezuela gedrängt, in das südamerikanische Land zu investieren. Nach dem Treffen sprach er von einer Einigung, wonach US-Ölkonzerne mit Hunderten Milliarden Dollar in Venezuela einsteigen würden. Genauer wurde er nicht.
Venezuela verfügt mit schätzungsweise 303 Milliarden Barrel über die größten Ölreserven der Welt. Es handelt sich dabei vor allem um Schweröl, das nur mit spezieller Technik raffiniert werden kann – mehrere Raffinerien an der US-Golfküste sind darauf spezialisiert. Trotz der enormen Reserven ist Venezuelas Ölindustrie marode. Der Wiederaufbau dürfte laut Experten Jahre dauern und Investitionen in Milliardenhöhe erfordern.
Sarah Vojta
Etliche Menschen in Nicaragua offenbar wegen Freude über Festnahme Maduros festgenommen
Weil sie angeblich die Gefangennahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro gefeiert oder begrüßt hatten, sind in Nicaragua Medienberichten und Angaben von Menschenrechtlern zufolge mehrere Menschen festgenommen worden. Die Menschenrechtsgruppe Blue and White Monitoring berichtete auf X von mindestens 60 derartigen Festnahmen. Sie seien demnach ohne vorliegenden Haftbefehl und auf Grundlage von Meinungsäußerungen in Onlinediensten und im privaten Kreis erfolgt.
Der linksgerichtete nicaraguanische Präsident Daniel Ortega und seine Stellvertreterin Rosario Murillo sind enge Verbündete Maduros. Laut der im Exil erscheinenden Tageszeitung Confidencial erfolgten die Festnahmen in Nicaragua unter einem von Murillo nach Maduros Festnahme ausgerufenen Ausnahmezustand, der Überwachungsmaßnahmen in Wohngebieten und auf Social Media erlaubt.
Katrin Scheib
Ein unpopuläres Angebot
Donald Trump hat die Chefs großer Ölkonzerne darüber informiert, wie er sich die Zukunft der venezolanischen Ölindustrie vorstellt. Nach Einschätzung meiner Kollegin Heike Buchter dürften die Unternehmensführer davon jedoch alles andere als begeistert sein: Trumps Pläne sehen vor, dass Milliardensummen in den Wiederaufbau des maroden Industriezweigs fließen – und zwar aus den Kassen der Konzerne.
Warum sich das für die Ölunternehmen kaum rechnen dürfte, lesen Sie hier:
Sophia Boddenberg
Öltanker Minerva kehrt in venezolanische Gewässer zurück
Die USA und Venezuela haben nach Angaben des südamerikanischen Landes den Öltanker Minerva in einer gemeinsamen Aktion in venezolanische Gewässer zurückgebracht. Dies teilten das Ölministerium Venezuelas und der staatliche Ölkonzern PDVSA in einer gemeinsamen Erklärung mit. Das Schiff war den Angaben zufolge ohne Genehmigung der venezolanischen Behörden ausgelaufen.
Kurz zuvor hatten die USA in der Karibik nahe Trinidad den TankerOlinafestgesetzt. Es war der fünfte derartige Einsatz in den vergangenen Wochen, mit dem die USA die Ölexporte Venezuelas kontrollieren wollen.
Jona Spreter
Ölkonzern ExxonMobil prüft Rückkehr nach Venezuela
Der Chef des US-Ölkonzerns ExxonMobil, Darren Woods, will ein Team von Technikern nach Venezuela schicken. Diese sollten den aktuellen Zustand der Ölindustrie bewerten, um zu verstehen, wie man den Venezolanerinnen und Venezolanern "helfen" könne, die Produktion wieder auf den Markt zu bringen, sagte Woods bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump. Die Techniker könnten nach Venezuela reisen, sobald angemessene Sicherheitsgarantien vorhanden seien.
Woods sprach sich außerdem für eine Reform des venezolanischen Erdölgesetzes aus. Unter den bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen würden sich Investitionen für ExxonMobil nicht lohnen.
Trump versprach Woods und den Vertretern weiterer Ölkonzerne "absolute Sicherheit". Die Konzer würden direkt mit der US-Regierung verhandeln – "und haben überhaupt nichts mit Venezuela zu tun", sagte Trump.
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Bastian Hartig
Kolumbianischer Guerillaführer ruft zu Zusammenschluss gegen die USA auf
Der Anführer der größten Splittergruppe der ehemaligen kolumbianischen Farc-Guerilla hat andere Guerillaorganisationen zu einem Zusammenschluss gegen Interventionen der USA in der Region aufgerufen.
Néstor Gregorio Lozada, auch bekannt unter dem Kampfnamen "Iván Mordisco", veröffentlichte eine Videobotschaft nach dem US-Angriff in Venezuela, der zur Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro führte.
Sophia Boddenberg
Trump will venezolanische Oppositionsführerin treffen
US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, in der kommenden Woche mit der venezolanischen Oppositionsführerin María Corina Machado zu sprechen. Trump kündigte in Washington an, das Treffen mit der Friedensnobelpreisträgerin werde am Dienstag oder Mittwoch stattfinden.
"Ich fühle mich geehrt, dass sie hierherkommt", sagte Trump Reportern im Weißen Haus. Machado komme, um den USA ihre Grüße zu übermitteln. Anschließend beklagte Trump zum wiederholten Mal, dass ihm der Friedensnobelpreis im vergangenen Jahr nicht verliehen worden sei.
Eric Voigt
US-Delegation prüft eine mögliche Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen mit Venezuela
Knapp eine Woche nach der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro haben die USA eine Delegation nach Caracas entsandt. Diplomaten und Sicherheitspersonal der interimistischen diplomatischen Vertretung der USA für Venezuela seien in die Hauptstadt des südamerikanischen Landes gereist, teilte ein Sprecher des US-Außenministeriums mit. Ziel sei eine "erste Bewertung für eine möglicherweise schrittweise Wiederaufnahme des Betriebs" gewesen.
Die USA hatten im Jahr 2019 ihr Personal abgezogen und die Botschaft in Venezuela geschlossen, nachdem der autoritäre Staatschef Maduro zuvor die diplomatischen Beziehungen zu den USA abgebrochen hatte. Das Verhältnis zwischen beiden Ländern war seither stark gestört. Die interimistische diplomatische US-Vertretung für Venezuela befindet sich im kolumbianischen Bogotá.
Luis Kumpfmüller
USA setzen weiteren Tanker in der Karibik fest
Die USA haben in der Karibik nahe Trinidad den Öltanker Olina festgesetzt. Ein US-Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, man sei im Begriff, das Schiff zu beschlagnahmen. Aus Schifffahrtskreisen hieß es, das Schiff sei fälschlicherweise unter der Flagge von Osttimor gefahren und zuvor von Venezuela aus gestartet. Es handelt sich um den fünften derartigen Einsatz in den vergangenen Wochen, mit dem die US-Regierung die Ölexporte Venezuelas unterbinden will.
Völkerrechtlich ist diese Art Zugriff umstritten, das Seerecht liefert keine belastbare Grundlage für die Beschlagnahmung. In internationalen Gewässern gilt grundsätzlich die ausschließliche Zuständigkeit des jeweiligen Flaggenstaats. Selbst bei begründetem Verdacht auf Staatenlosigkeit erlaubt das Seerecht lediglich das Anhalten und die Kontrolle.
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Jannik Wilk
USA lassen Crewmitglieder von russischem Öltanker frei
Die Vereinigten Staaten haben zwei Besatzungsmitglieder des im Atlantik beschlagnahmten ÖltankersMarinera auf freien Fuß gesetzt. Das gab das Außenministerium in Moskau an.
Marija Sacharowa, Sprecherin des Ministeriums, teilte mit, Russland begrüße diese Entscheidung und danke der amerikanischen Führung. Nun arbeite man daran, dass die beiden Russen rasch in ihre Heimat zurückkehren.
Die USA hatten den unter russischer Flagge fahrenden Tanker Marinera in der Nähe von Island beschlagnahmt. Als Teil der sogenannten russischenSchattenflotte soll das Schiff gegen US-Sanktionen verstoßen haben. Die Marinera hatte venezolanisches Erdöl exportiert.