Venezuela: Oberstes Gericht ernennt Delcy Rodríguez zur Interimspräsidentin
Venezuelas bisherige Vizepräsidentin übernimmt die Staatsführung nach der Festnahme des Präsidenten. Dauerhaft abgesetzt wurde Nicolás Maduro jedoch nicht.
Venezuelas bisherige Vizepräsidentin übernimmt die Staatsführung nach der Festnahme des Präsidenten. Mit der US-Regierung will sie nicht kooperieren.
Aktualisiert am 4. Januar 2026, 10:04 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, akm , jfw
Ihr Browser unterstützt die Wiedergabe von Audio Dateien nicht. Download der Datei als mp3: https://zon-speechbert-production.s3.eu-central-1.amazonaws.com/articles/8abe59bc-d4a4-4d4c-8bd1-c27c50117928/full_ac1437b2fa3673aa3d71b794d8ccfb27a1727a818fdfd6bc8b5df33e6b8addde872b19c31ee2c45d974fec251684085f.mp3

Venezuelas Vizepräsidentin Delcy Rodríguez soll das Land nach dem US-Einsatz gegen Nicolás Maduro vorübergehend führen. Sie kündigt Widerstand gegen die USA an. © Leonardo Fernandez Viloria/Reuters
Nach der Entmachtung des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch die USA hat das oberste Gericht Venezuelas Delcy Rodríguez, die bisherige Vizepräsidentin, vorübergehend zur Interimspräsidentin ernannt. Sie soll "alle Aufgaben, Pflichten und Befugnisse des Präsidenten" übernehmen, entschied das Gericht.
Das Gericht kündigte zudem an, über die "rechtlichen Grundlagen" zu beraten, um die staatliche Kontinuität nach der Gefangennahme von Maduro durch die USA zu sichern.
Mit der Ernennung von Rodríguez solle die Kontinuität der Verwaltung und Verteidigung des Landes gewährleistet werden, teilte das Gericht mit. Nach Angaben der Richter wurde Maduro jedoch nicht dauerhaft seines Amtes enthoben. Ein solcher Schritt hätte Neuwahlen innerhalb von 30 Tagen erforderlich gemacht.
Rodríguez kündigte an, dass sie nicht mit den USA zusammenarbeiten werde. Damit widersprach sie Aussagen von US-Präsident Donald Trump, sie sei bereit, mit den USA zu kooperieren. "Wir werden nie wieder eine Kolonie, egal von welchem Imperium", sagte Rodríguez laut der venezolanischen staatlichen Zeitung Correo del Orinoco in einer Fernsehansprache. Nach eigenen Angaben steht Rodríguez weiter fest hinter Maduro als Präsidenten.