Vereinte Nationen: Johann Wadephul spricht sich für Reform des UN-Sicherheitsrats aus
Das mächtigste UN-Gremium bildet laut dem deutschen Außenminister nicht mehr die moderne Welt ab. Wadephul fordert eine größere Rolle für den sogenannten Globalen Süden.
Das mächtigste UN-Gremium bildet laut dem deutschen Außenminister nicht mehr die moderne Welt ab. Wadephul fordert eine größere Rolle für den sogenannten Globalen Süden.
Aktualisiert am 2. Januar 2026, 7:45 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, ale

Außenminister Johann Wadephul hält die Sitzverteilung im UN-Sicherheitsrat für veraltet. © Annette Riedl/dpa
Außenminister Johann Wadephul will sich für eine Reform des UN-Sicherheitsrats, des mächtigsten Gremiums der Vereinten Nationen, einsetzen. "Der Sicherheitsrat muss die Welt des 21. Jahrhunderts abbilden und nicht die der unmittelbaren Nachkriegszeit nach 1945", sagte der CDU-Politiker der Nachrichtenagentur dpa. "Deswegen werden wir uns sehr stark dafür einsetzen, dass insbesondere der globale Süden dort eine sehr viel stärkere Rolle bekommt."
Deutschland kandidiert im Juni für einen der nicht ständigen Sitze im Sicherheitsrat in den Jahren 2027 und 2028. Dem Rat gehören 15 der 193 UN-Mitgliedsländer an. Die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich und China sind ständige Mitglieder und haben Vetorecht gegen Beschlüsse des Gremiums. Einige der anderen 188 UN-Mitglieder wechseln sich auf den verbleibenden zehn Sitzen alle zwei Jahre ab.
UN-Gremium durch Vetorechte oft blockiert
Grundsätzlich gehöre Deutschland zu den Verfechtern des Systems der Vereinten Nationen und werde sich "nicht so zurückziehen, wie andere das getan haben", sagte Wadephul, mutmaßlich mit Blick auf die USA. Die US-Regierung von Donald Trump hatte ihre finanziellen Beiträge für das Budget der Vereinten Nationen gekürzt. Dennoch sei die Bundesregierung der Auffassung, dass das Gremium eine durchgreifende Reform benötige, sagte Wadephul. So könne manches verschlankt und vereinfacht werden.
Über eine mögliche Reform des UN-Sicherheitsrats wird bereits seit Jahrzehnten diskutiert. Für Kritik sorgt nicht nur die Zusammensetzung des Gremiums, das in Bezug auf die Vetomächte die globale Machtverteilung nach dem Zweiten Weltkrieg widerspiegelt, sondern auch seine Funktionsweise. So sorgt das Vetorecht einiger weniger Staaten dafür, dass das Gremium oft nicht beschlussfähig ist.