„Vulkangruppe“ bekennt sich zu Berliner Stromausfall
Eine Gruppe von Linksextremisten hat sich zu dem aktuellen Stromausfall in Berlin bekannt. Die Polizei hält das für glaubwürdig.
Nachdem es infolge eines Brands zurzeit einen massiven Stromausfall in Berlin gibt, hat die Polizei nun weitere Details zu einem Bekennerschreiben veröffentlicht. Demnach kommt es von der linksextremistischen „Vulkangruppe“, die bereits früher in Erscheinung getreten ist. Die Behörden halten das Schreiben für authentisch.
Zehntausende Haushalte sind seit Samstag ohne Strom, nachdem ein Feuer eine Kabelbrücke nahe des Kraftwerks Lichterfelde beschädigt hat. Insgesamt wurden fünf Hochspannungs- und zehn Mittelspannungskabel „durch mehrere Brandsätze“ zerstört oder beschädigt, sagte Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD).
Wegner: Es waren „offenkundig Linksextremisten“
Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben wegen des Verdachts der Brandstiftung, dem für politische Straftaten zuständigen Staatsschutz liegt ein Bekennerschreiben vor. Dieses stammt von der Vulkangruppe und wurde jetzt als glaubhaft eingestuft, sagte ein Polizeisprecher bei einer Pressekonferenz am Sonntag. Weitere Ermittlungen zum Tathintergrund würden laufen.
Die Täter seien „offenkundig Linksextremisten“ gewesen, sagte Berlins regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU). „Es ist inakzeptabel, dass erneut offenkundig Linksextreme unser Stromnetz angreifen und damit Menschenleben gefährden“, betonte Wegner. Innensenatorin Iris Spanger (SPD) nannte den Vorfall einen „menschenverachtenden Angriff auf die Berlinerinnen und Berliner, der Menschenleben mutwillig gefährdet“.
Bekenner sind keine Unbekannten
Die „Vulkangruppe“ fiel in den vergangenen Jahren bereits mit ähnlichen Taten auf. Im März 2024 kam es in der Nähe der Fabrik zu einem Anschlag auf die Stromversorgung. Wegen eines Stromausfalls infolge eines brennenden Strommasts lag die Autoproduktion bei Tesla fast eine Woche lang auf Eis. Die „Vulkangruppe“ erklärte, sie sei für den Anschlag verantwortlich. Bei einem Kabelbrand in Berlin wurden im März 2018 neben der Stromversorgung von rund 6500 Haushalten im Stadtbezirk Charlottenburg auch Kommunikationsnetze unterbrochen, auch hier bekannte sich die Gruppe.
Schon im September 2025 kam es in Berlin zu einem großen Stromausfall durch einen Brandanschlag. Das Feuer zerstörte mehrere dicke Starkstromleitungen am Fuß von zwei Strommasten in Berlin-Johannisthal im Bezirk Treptow-Köpenick. Auch hier gibt es den Verdacht, dass die Täter zur Vulkangruppe gehören, allerdings ist das nicht abschließend geklärt.
Update 05.01.2026, 09:38 Uhr
Anfangs hieß es in dem Text, dass Berlins regierender Bürgermeister Kai Wegner der SPD angehört. Er ist CDU-Mitglied. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.
(nen)