Waldbrände in Patagonien: Region erlebt schwere Umweltkrise
Im Süden Argentiniens wüten seit Tagen heftige Waldbrände. Die Regierung der Region spricht von einer schweren Umweltkrise - und geht von Brandstiftung als Ursache der Feuer aus.

Argentinien Patagonien kämpft gegen heftige Waldbrände
Stand: 12.01.2026 01:04 Uhr
Im Süden Argentiniens wüten seit Tagen heftige Waldbrände. Die Regierung der Region spricht von einer schweren Umweltkrise - und geht von Brandstiftung als Ursache der Feuer aus.
In der bei Touristen beliebten Region Patagonien im Süden Argentiniens toben schwere Waldbrände. Es handele sich um eine der schwersten Umweltkrisen, die die Provinz Chubut je erlebt habe, sagte Gouverneur Ignacio Torres dem Radiosender Radio Mitre.
"Jedes Jahr gibt es Brände, ob versehentlich oder vorsätzlich, aber jetzt wächst jeder Brandherd exponentiell und ist nur sehr schwer zu kontrollieren", so Torres. Zudem erlebe die Region derzeit "die größte Dürre seit 1965".
Die argentinische Regierung geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Brände vorsätzlich gelegt worden sind. Die Polizei habe demnach Beweise sichergestellt. Festgenommen wurde bisher niemand.
Noch mehrere Brandherde außer Kontrolle
Rund 12.000 Hektar seien inzwischen von den Flammen zerstört worden und damit mehr als doppelt so viel wie am Vortag gemeldet, berichtete die Zeitung "Clarín" unter Berufung auf die zuständige Provinzbehörde für Waldbrandbekämpfung.
Hohe Temperaturen und starke Winde erschweren die Löscharbeiten. Fünf Brandherde sind laut Feuerwehr noch außer Kontrolle. Mehr als 350 Feuerwehrleute sind im Einsatz, auch mit Löschflugzeugen und Löschhubschraubern. Fünf Brandherde gelten als außer Kontrolle.
Mehr als 3.000 Urlauber in Sicherheit gebracht
Inzwischen hat die argentinische Feuerwehr Unterstützung von Einsatzkräften aus Chile bekommen. Die Brandherde befinden sich nahe der Grenze. "Der Wind drehte plötzlich und in zehn Minuten krachte das Dach eines Hauses ein", erzählt ein Feuerwehrmann. "Wir waren gerade mit neun oder zehn Leuten dort und konnten das Feuer nicht stoppen. Die Flammen haben uns eingesperrt, wir mussten einfach nur rennen."
Im Ort El Hoyo brachte die Feuerwehr mehr als 3.000 Urlauber in Sicherheit. Aktuell läuft die Hauptsaison in der Region Patagonien. Der Süden von Argentinien und von Chile zieht mit seinen spektakulären Gebirgslandschaften vor allem Aktiv-Urlauber an, etliche kommen aus Nordamerika, viele aber auch aus Europa.
Mit Informationen von Oliver Neuroth, ARD Buenos Aires.