Wegen anhaltender Proteste: Iran verhängt Internetsperre
Die iranischen Behörden haben Berichten zufolge den Internetzugang für die Bevölkerung massiv eingeschränkt. In vielen Teilen des Landes gehen die Proteste gegen das Regime weiter.

Stand: 08.01.2026 20:29 Uhr
Die iranischen Behörden haben Berichten zufolge den Internetzugang für die Bevölkerung massiv eingeschränkt. In vielen Teilen des Landes gehen die Proteste gegen das Regime weiter.
Inmitten landesweiter Proteste haben die Behörden im Iran den weltweiten Internetzugang für die Bevölkerung abgeschaltet. Das Land befinde sich in einem "Internet-Blackout", berichtete die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks. Dieser folge auf eine Reihe von Zensurmaßnahmen, die "das Recht der Öffentlichkeit auf Kommunikation in einem kritischen Moment behindern", hieß es in einem Beitrag auf X.
Auch Daten des IT-Unternehmens Cloudflare zeigten einen Einbruch des Web-Traffics um 100 Prozent. Zuvor meldete Cloudflare einen Rückgang um 90 Prozent. Ein kleiner Teil der iranischen Regierung sowie des Militär- und Machtapparats dürfte das Internet weiter frei nutzen können.
Mindestens 21 Tote bei Protesten
Seit Ende Dezember gibt es in zahlreichen Städten im Iran Kundgebungen gegen die hohen Lebenshaltungskosten und die schlechte Wirtschaftslage, inzwischen werden auch politische Forderungen laut. Zunächst hatten vor allem Händler und Ladenbesitzer in Teheran protestiert, ihnen schlossen sich Studierende an.
Der in Norwegen ansässigen Nichtregierungsorganisation Iran Human Rights (IHR) zufolge haben die Sicherheitskräfte im Iran bislang mindestens 45 Demonstranten getötet, darunter acht Minderjährige. Iranische Behörden und Medien meldeten bislang 21 Tote, darunter auch Sicherheitskräfte.