Weitere Tote nach Brandkatastrophe in der Schweiz identifiziert
Nach der Brandkatastrophe in der Schweiz sind weitere Tote identifiziert worden, unter ihnen auch sehr junge Opfer. Bei einem Gedenkgottesdienst wurde der Toten und Verletzten gedacht. Von Steffen Wurzel.

Stand: 04.01.2026 11:55 Uhr
Nach der Brandkatastrophe in der Schweiz sind weitere Tote identifiziert worden, unter ihnen auch sehr junge Opfer. Bei einem Gedenkgottesdienst wurde der Toten und Verletzten gedacht.
16 weitere Todesopfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana sind nach Angaben der Schweizer Behörden identifiziert worden. Darunter sei eine 14-Jährige als bisher jüngstes Opfer und zwei 15-jährige Schweizerinnen, teilte die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis mit.
Bei 16 Toten weiß die Schweizer Gerichtsmedizin weiter nicht, wer sie sind und woher sie kamen. Der Schweizer Justizminister Beat Jans hatte bei einem Besuch in Crans-Montana betont, dass die Ermittlerteams 24 Stunden am Tag arbeiteten, um den Familien der Vermissten so schnell wie möglich Klarheit zu verschaffen.
Schwerverletzte auch in deutschen Kliniken
Auch von den mehr als 110 Verletzten sind nach wie vor nicht alle identifiziert. Viele schweben noch in Lebensgefahr. Weil schwerverletzte Brandopfer nur in spezialisierten Intensivstationen und von medizinischen Fachleuten gut behandelt werden können, wurden Dutzende ins europäische Ausland ausgeflogen, etwa nach Bochum, Berlin, Stuttgart, Tübingen und Ludwigshafen. Auch Krankenhäuser in Italien, Rumänien, Frankreich und Luxemburg haben Verletzte aufgenommen.
In der kleinen Chapelle Saint-Christophe de Crans, im Zentrum des Wintersportorts, gab es am Vormittag einen Gedenkgottesdienst für die Opfer der Brandkatastrophe der Neujahrsnacht. Am Freitag wird es in der Schweiz einen nationalen Gedenktag geben, um der Opfer zu gedenken. Das hat Bundespräsident Guy Parmelin angekündigt. Der Brand mit 40 Toten und mehr als 110 körperlich Verletzten war in der Neujahrsnacht im Keller einer Bar ausgebrochen, wahrscheinlich durch Pyro-Sprühfontänen: Funken dieser Sprühfontänen sollen den Schaumstoff unter der Kellerdecke entzündet haben.
Ermittlungen gegen Barbetreiber
Die Generalstaatsanwältin des Wallis Béatrice Pilloud hat inzwischen ein Ermittlungsverfahren eröffnet gegen das französische Betreiber-Paar der Bar, unter anderem wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Brandstiftung. Kritisiert werden in der Schweiz außerdem die Behörden, die der Gemeinde Crans-Montana und die des Kantons Wallis. Die Frage steht im Raum, ob ordentlich kontrolliert wurde, ob die Brandschutz- und Fluchtwegvorgaben in der Bar eingehalten wurden.
