Wetter: Eisbaden in Berlin: Hartgesottene wagen sich in See
10. Januar 2026, 16:55 Uhr Quelle: dpa Berlin/Brandenburg

Trotz eisiger Temperaturen haben sich in Berlin mutige Badegäste in einen See gewagt. © Christophe Gateau/dpa
Trotz eisiger Temperaturen haben sich in Berlin mutige Winterschwimmer in den See gewagt. Dafür musste am Orankesee im Nordosten erst einmal eine dicke Eisschicht durchbrochen werden. «Heute Morgen wurde gehackt und gesägt», sagte Uta Wilczok vom Verein Berliner Seehunde. Die Eisschicht sei zwölf Zentimeter dick gewesen.
Winterschwimmen habe in den vergangenen Jahren einen Boom erlebt. Was fasziniert daran? «Das Tolle ist, dass man das Gefühl hat, etwas für sich zu tun», sagte Wilczok. Sie habe das Gefühl, ihr Immunsystem anzukurbeln.
Viele machten es auch aus einem Gemeinschaftsgefühl heraus, weil man zusammen baden gehe. «Manche sagen: "Das ist meine Eisbadefamilie."» Wilczok gibt das Winterbaden auch ein Gefühl von Freiheit. «Ich gehe da hinein - egal, welcher See mir zu welcher Jahreszeit begegnet.»
«Wir haben eine Warteliste»
Das Interesse war zuletzt groß. «Wir haben eine Warteliste», sagte Wilczok. Der Verein könne keine neuen Mitglieder aufnehmen. Aber auch an anderen Seen würden Menschen in Gruppen baden gehen. Sie warnte davor, alleine Eisbaden zu gehen. Man solle das Winterbaden wenn, dann auch regelmäßig machen.
Schon seit mehr als 40 Jahren organisieren sich in dem Verein Menschen, die gerne im kalten Wasser schwimmen. Bekannt ist etwa auch das traditionelle Weihnachtsschwimmen der Seehunde. Diesmal trugen viele Kostüme, weil der jährliche sogenannte Eisfasching gefeiert wurde.
Der Verein nutzt das Strandbad Orankesee vom Herbst bis zum Frühjahr. Dort träfen sie sich jeden Sonntag, sagte Wilczok. Manche seien seit Jahren oder gar Jahrzehnten dabei.
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