Xgimi Horizon 20 Pro im Test: 4K-Beamer mit erstklassigem Bild
Der Xgimi Horizon 20 Pro ist ein 4K-Beamer mit RGB-Triple-Laser, 4100 Iso-Lumen, Google TV, optischem Zoom und Auto-Keystone.
RGB-Triple-Laser, 4100 Iso-Lumen, Google TV, Game-Modus, optischer Zoom und Auto-Keystone: Wir testen den 4K-Beamer Xgimi Horizon 20 Pro.
Der Xgimi Horizon 20 Pro ist ein 4K-Heimprojektor mit RGB-Triple-Laser, Google TV und unkomplizierter Aufstellung dank Autofokus und Auto-Keystone. Auffällig sind zudem optischer Zoom und mechanischer Lens Shift, was in dieser Klasse nicht selbstverständlich ist. Dazu kommen moderne HDR-Formate wie Dolby Vision und HDR10+ sowie Gaming-Funktionen wie VRR, ALLM und hohe Bildraten.
Gleichzeitig bleiben typische Grenzen der Projektion: Kontrast und Schwarzwert hängen stark von Raum, Umgebungshelligkeit und Leinwand ab. Wir haben im Test zusammengefasst, wie gut sich der schicke Beamer im Alltag schlägt.
Design und Verarbeitung
Der Horizon 20 Pro wirkt fast wie ein Dekogegenstand und nicht wie ein klassischer Wohnzimmer-Beamer. Das nahezu würfelförmige Gehäuse besteht aus einer Mischung aus schickem Kunstleder, erstaunlich elegantem Kunststoff, Glas vor der Linse und Metall als Lautsprechergitter. Die gedämpften Brauntöne lassen das Gerät eher organisch als technisch wirken – hochwertig und schick!
Das Gehäuse an sich ist für die gebotene Lichtleistung eher kompakt, ein Leichtgewicht ist der Beamer aber nicht. Xgimi nennt als Maße 249 x 298 x 190 Millimeter und 4,9 Kilogramm Gewicht. Einen motorisierten Linsenschutz wie bei anderen Beamern des Herstellers hat der 20 Pro nicht, stattdessen kommt eine fest installierte Glasplatte vor der Linse zum Einsatz.
Auffällig ist der integrierte Standfuß, der sowohl seitliche Drehung um 360 Grad als auch vertikale Neigung um 135 Grad erlaubt. Das erleichtert die schnelle Ausrichtung bei wechselnden Einsatzorten. Durch die Bauform mit dem Standfuß ist der Beamer deutlich höher als typische Beamer. Da sich der Stromanschluss am Standfuß befindet und dieser entsprechend nicht abgenommen werden kann, sollten Interessenten gut prüfen, ob der Beamer an – oder in – den geplanten Aufstellort passt. In einem Beamerlift kann es da schon mal eng werden und bei geplanter Deckenmontage mittels des unter dem Standfuß angebrachten 1/4-Zoll-Gewindes sollte die Größe des Geräts ebenfalls bedacht werden.
Xgimi Horizon 20 Pro Bilder
Xgimi Horizon 20 Pro
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Xgimi Horizon 20 Pro
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Xgimi Horizon 20 Pro
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Ausstattung und Technik
Als Lichtquelle dient im Horizon 20 Pro ein RGB-Triple-Laser-System. Die Projektion basiert dabei auf DLP-Technik (Digital Light Processing) mit zahllosen beweglichen Mikrospiegeln. Mehr dazu haben wir in unserem Ratgeber zu Beamern erklärt. Xgimi nennt für die Serie einen DMD-Chip (Digital Micro Mirror) mit 0,47 Zoll, die Ausgabeauflösung wird mit 3840 × 2160 Pixeln angegeben. Sie wird wie in dieser Preisklasse typisch vermutlich durch Pixel Shift statt nativer Auflösung erreicht.
Xgimi gibt eine Nennhelligkeit von 4100 Iso-Lumen an. Zur besseren Vergleichbarkeit: Das dürfte etwa 5000 Ansi-Lumen entsprechen, was ein sehr guter Wert ist. Dabei sollte aber beachtet werden, dass dieser eher unter Laborbedingungen, im Performance-Modus und punktuell erreicht wird.
Praktisch für eine möglichst freie Aufstellung sind optischer Zoom und mechanischer Lens Shift. Xgimi nennt ein Projektionsverhältnis von 1,2 bis 1,5 zu 1. Bedeutet: Der Abstand zur Leinwand kann von der 1,2-fachen bis zu 1,5-fachen Bildbreite (nicht Diagonale!) variieren und ausgeglichen werden. Außerdem muss der Beamer nicht gerade und mittig vor der Leinwand stehen. Stattdessen kann der Horizon 20 Pro das Bild vertikal mit +/- 120 Prozent und horizontal um +/- 45 Prozent ohne Qualitätsverlust so „entzerren“, dass es die richtige rechteckige Form hat. Schade: Bei aktivem Lens Shift werden mehrere automatische Bildanpassungen deaktiviert, darunter Auto-Keystone (automatische Trapezkorrektur) und Autofokus. Das ist technisch nachvollziehbar, weil das Gerät dann nicht mehr von einer standardisierten Geometrie ausgehen kann. Im Alltag stellt das Nutzer allerdings vor die Wahl: Entweder maximale Bildqualität per manueller Optik oder maximale Bequemlichkeit dank Automatik. Gerade, wenn der Beamer immer im Wohnzimmer auf dem gleichen Platz steht, ist das kein Beinbruch.
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Bei HDR (High Dynamic Range) setzt Xgimi auf die Formate Dolby Vision, HDR10+ und Imax Enhanced. Damit sind sowohl dynamische HDR-Metadaten als auch ein Wiedergabepfad für kompatible Inhalte abgedeckt. Zusätzlich gibt es einen Filmmaker-Mode und ein Pro-Tuning-Menü für manuelle Bildanpassungen. Damit lassen sich Hauttöne, Gamma und Spitzlichter an den eigenen Geschmack anpassen. Bei Anschlüssen setzt der Projektor auf ein überschaubares, aber zeitgemäßes Paket. Dazu gehören zwei HDMI-Eingänge – davon einer mit eARC – sowie zwei USB-A-Anschlüsse. Für Ton verfügt er zusätzlich über einen optischen Digitalausgang und 3,5-Millimeter-Klinke. Drahtlos bietet der Beamer Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.2. Ein LAN-Anschluss fehlt.
Als Antrieb dient dem Xgimi-Beamer zur Bildverarbeitung der Mediatek-Chipsatz MT9679, dessen vier Kerne auf 4K-Wiedergabe getrimmt sind. Als Arbeitsspeicher gibt es 4 GB, zudem integriert der Hersteller 128 GB internen Speicher. Das ist mehr als bei vielen anderen smarten Projektoren und hilft, wenn viele Apps oder große Offline-Inhalte geplant sind oder ausladende Updates anstehen.
Als Betriebssystem kommt Google TV zum Einsatz. Das bringt etwa eine Profilverwaltung und vor allem den Zugriff auf Apps aus dem Google-Play-Umfeld. Der Horizon 20 Pro unterstützt zudem Netflix nativ.
Für Gamer ist der Horizon 20 Pro mit einer Einschränkung sehr gut geeignet. Die Reaktionsgeschwindigkeit ist hoch, Xgimi nennt eine Reaktionszeit von einer Millisekunde im Spielemodus und 240 Hertz bei 1080p. Außerdem bietet der 20 Pro VRR (Variable Refresh Rate) und ALLM (Auto Low Latency Mode). Leider fehlt mangels HDMI 2.1 4K/120, stattdessen ist bei 1440p/120 oder 4K/60 Schluss. Gerade für Next-Gen-Konsolen ist das nicht optimal.
Bildqualität
Der Horizon 20 Pro liefert dank RGB-Triple-Laser hohe Farbreinheit, weil Grundfarben direkt erzeugt und nicht gemischt werden. Das ermöglicht kräftige, saubere Farben, ohne dass ein Farbrad wie bei vielen DLP-Geräten mit (LED-) Lampen dazwischengeschaltet ist. Xgimi wirbt mit großem Farbraum, unter anderem 96,9 Prozent von BT.2020 und 93,5 Prozent von UHDA P3. Im Alltag wirken Farben damit je nach Einstellung schön knackig, aber immer noch natürlich.
Xgimi Horizon 20 Pro Screenshot
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Die Schärfe ist im Alltag eines der stärksten Argumente für den Xgimi Horizon 20 Pro. Das Bild ist knackig und wirkt dadurch einfach immer brillant. Dank optischem Zoom und mechanischem Lens Shift gilt das auch für ungünstige Aufstellung, da deren Ausgleich keine digitale Neuberechnung und entsprechende Verschlechterung nach sich zieht.
Auch die Helligkeit des 20 Pro überzeugt, 4100 Iso-Lumen sind eine echte Ansage für ein Wohnzimmergerät. Im Alltag bedeutet das, dass der Beamer auch ohne Abdunklung des Zimmers ein ausreichend kontrastreiches Bild erzeugt – wenn er nicht gerade gegen direktes Sonnenlicht ankämpfen muss.
Das hat aber wie bei jedem Projektor Grenzen: Je heller der Raum, desto stärker leidet der wahrgenommene Kontrast. Schwarze Flächen werden dann eher zu dunklem Grau, obwohl der Beamer nominell einen hohen nativen Kontrastwert von 20.000:1 bietet. Hilfreich ist es dann, die projizierte Diagonale bis zu 3 Metern nicht voll auszureizen. Wem das nicht reicht, der sollte sich den teureren Xgimi Horizon 20 Max mit noch mehr Helligkeit anschauen.
Wer will, kann das Beamer-Bild umfangreich anpassen. Xgimi nennt Features wie dynamische Tonwertanpassung und weitere KI-basierte Optimierung. Damit sollen dunkle Bereiche verbessert oder Highlights hervorgehoben werden. Weitere Menüs erlauben Zugriff auf Einstellungen wie Gamma, Farbtemperatur und weiteren Parameter. Das erlaubt viel Kontrolle nach persönlichem Geschmack. Wichtig ist die MEMC-Funktion (Motion Estimation, Motion Compensation), also Zwischenbildberechnung. Damit wirken bewegte Aufnahmen wie Sportereignisse flüssiger. Filme können aber unnatürlich wirken, wenn MEMC zu stark eingreift. Im Test hat uns diese Funktion je nach Zuspielmaterial sehr gut gefallen, da sie kaum sichtbare Artefakte produziert. Zur Not darf sie aber auch deaktiviert werden.
Bedienung und App
Dank Google TV bietet die Nutzeroberfläche nicht nur umfangreiche Eingriffe auf die Beamer-Eigenschaften, sondern zudem die Möglichkeit zum Download von Apps direkt über den Google Play Store. Damit ist das System modern und näher am Smart-TV als an klassischen Beamern, die oft nur ein paar Basisapps mitbringen. Die mitgelieferte Bluetooth-Fernbedienung mit Hintergrundbeleuchtung bietet einige Direktwahltasten für Streaming-Dienste wie Netflix und Amazon Prime Video, außerdem eine eigene Google-Assistant-Taste.
Für die Ersteinrichtung gibt es bei Xgimi traditionell Automatikfunktionen. Der Hersteller nennt das in der Horizon-20-Serie ISA 5.0. Diese Funktion bietet unter anderem automatische Fokussierung, Trapezkorrektur, Objekterkennung, Personenerkennung, Bildausrichtung und Wandfarbanpassung. Das macht den Start sehr einfach, besonders wenn der Projektor oft bewegt wird. Wie oben beschrieben, kann mechanisches Lens Shift diese Automatiken zugunsten besserer Bildqualität teilweise aushebeln.
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Zur App-Steuerung gibt es zusätzlich die Xgimi Assistant App. Damit dient das Smartphone als Backup, wenn etwa die Fernbedienung verlegt ist. Außerdem ist sie dank voller Onscreen-Tastatur praktisch, wenn man Eingaben wie Websites, Youtube-Videos oder Accounts schneller und komfortabler eintippen möchte.
Sound
Xgimi setzt auf integrierte Lautsprecher von Harman Kardon. Das soll einen Betrieb ohne externe Sound-Anlage ermöglichen, hat im Alltag aber wie gewohnt Grenzen. Für Nachrichten, Serien und YouTube reicht das erstaunlich gut aus, weil der Klang für so kleine Lautsprecher angenehm voll und gut verständlich ist. Besonders Sprache profitiert dabei von der Klarheit der eingebauten Boxen. Für richtiges Heimkino-Feeling fehlt es aber wenig verwunderlich an kräftigem, tiefem Bass. Für permanente Aufstellung an einem Ort sollten Interessenten daher zweifelsfrei über den Anschluss an Soundbar oder AV-Receiver nachdenken – am besten per HDMI mit eARC.
Bei der Lüfterlautstärke zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Der Hersteller nennt ≤ 28 Dezibel in einem Meter Abstand. Gemessen haben wir im Normalbetrieb keine 30 Dezibel, das passt also. Im Leistungsmodus steigt die Lautstärke aber auf über 60 Dezibel und wird damit unangenehm hoch. Gerade bei Heimkino-Anwendungen sollte daher auf diesen Modus am besten verzichtet werden, was wegen der auch so hohen Helligkeit normalerweise kein Problem darstellen sollte.
Preis
Aktuell kostet der Xgimi Horizon 20 Pro 2099 Euro (Amazon). Zur Black Week lag er bei 1779 Euro.
Fazit
Der Xgimi Horizon 20 Pro ist ein richtig guter Wohnzimmerprojektor. Die Technik mit RGB-Triple-Laser sorgt für hohe Helligkeitsreserven auch abseits des lauten Leistungsmodus und ermöglicht satte Farbdarstellung, scharfes 4K-Bild und gute Kontraste. Optischer Zoom und mechanisches Lens Shift erlauben zudem eine flexible Aufstellung ohne Qualitätsverlust beim Bild. Ein weiterer Pluspunkt ist Google TV, das den Projektor im Alltag einfach bedienbar dank Apps umfangreich wie einen smarten Fernseher macht. Dazu kommen native Netflix-Unterstützung, Fernbedienung mit Hintergrundbeleuchtung und ein richtig schickes Design, das den Beamer auch offen sichtbar im Wohnzimmer nicht deplatziert wirken lässt.
Für ordentliche Bildqualität braucht der Horizon 20 Pro nicht zwingend Abdunklung, ohne die und ohne Leinwand kommt er aber trotz aller Technik-Spielereien nicht an den hohen Kontrast eines ordentlichen Fernsehers. Dafür erreicht er theoretisch Bilddiagonalen bis 300 cm und bleibt bezahlbar. Auf den Leistungsmodus für maximale Helligkeit würden wir allerdings eher verzichten, denn dabei wird der Xgimi-Beamer einfach zu laut.