Zwei weitere Minister verlassen das BSW in Brandenburg
Drei Tage nach Finanzminister Crumbach haben in Brandenburg auch die beiden verbliebenen BSW-Minister ihren Parteiaustritt erklärt. Am Dienstag hatte Ministerpräsident Woidke die Regierungskoalition mit dem BSW aufgekündigt.

Nach Scheitern der Koalition Zwei weitere Minister verlassen das BSW in Brandenburg
Stand: 08.01.2026 20:22 Uhr
**Drei Tage nach Finanzminister Crumbach haben in Brandenburg auch die beiden verbliebenen BSW-Minister ihren Parteiaustritt erklärt. Am Dienstag hatte Ministerpräsident Woidke die Regierungskoalition mit dem BSW aufgekündigt.
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- Mit Müller und Tabbert treten auch letzten beiden Brandenburger BSW-Minister aus Partei aus
- Sie folgen Finanzminister Crumbach, der am Montag aus Partei und Fraktion austrat
- Ministerpräsident Woidke hatte daraufhin die Koalition für beendet erklärt, Minister sollen aber weitermachen
- Beide Politiker wollen vorerst keiner anderen Partei beitreten
Brandenburgs Gesundheitsministerin Britta Müller und Infrastrukturminister Detlef Tabbert sind am Donnerstagmorgen aus dem BSW ausgetreten. Damit ist die SPD/BSW-Koalition in Brandenburg auch auf Kabinettsebene beendet.
Bereits am Montag hatte der Austritt von Finanzminister Robert Crumbach und zwei weiteren Landtagsabgeordneten aus der BSW-Fraktion das Ende der rot-lila Koalition eingeläutet.
Vorangegangen war ein zwei Monate langer öffentlicher Streit innerhalb der BSW-Fraktion. Da Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) alle drei Minister, die aus dem BSW ausgetreten sind, im Amt belassen hat, können diese ihr Ministerium weiterführen. Mit dem Ende der SPD/BSW-Koalition ist die Landesregierung mit ihren Ministern zwar noch im Amt, sie hat aber im Parlament keine Mehrheit mehr, bildet jetzt also eine Minderheitsregierung.
Innerparteiliche BSW-Konflikte behinderten Regierungsarbeit
Müller wie Tabbert betonen, dass sie im Amt bleiben wollen, bis eine neue Regierung gebildet wurde. Angesichts der aktuellen Situation im Land, der nun entstandenen Minderheitsregierung, hoffen sie dadurch die Landesregierung "stabil und verlässlich arbeitsfähig" zu halten.
Theoretisch wäre das auch als BSW-Mitglied möglich gewesen. Aber das ging wohl für beide nicht mehr. "Wir wollen Entscheidungen treffen", so Britta Müller, "die sich an der Lebenswirklichkeit der Menschen orientieren, nicht an den Logiken innerparteilicher Konflikte". Wortgleich erklärt dies auch Detlef Tabbert. "Die Bürgerinnen und Bürger erwarten zurecht, dass ihre Landesregierung funktioniert", so Tabbert, "dass sie pragmatische Lösungen findet und verlässlich liefert." Dafür war es für Gesundheitsministerin Müller auch wichtig, ihren Staatssekretär Patrick Wahl zu entlassen. Er gilt als enger Vertrauter der BSW-Landesvorsitzenden Friederike Benda. Man war die Streitereien innerhalb des BSW offenbar restlos leid.